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Upwards, 2003/2007, Video, 6:15

Kamera: Darko Elek, Photography: Jovan Balov,

Sound: Bodan Arsovski,

Editing: Jovan Balov

Production: Prima Center Skopje/Berlin & Museum of modern art Skopje

 

 

„Upwards/Empor“, (2003/2004, Video, 6:15 Minuten) Am Anfang werden in kurzen Blenden Balkankarten, wie Jovan Balov sie in „Ich in Berlin“ eingesetzt hat, gezeigt. Der Ton besteht aus kurzen elektronischen Trommelwirbeln, mit einem halligen Schlagwechsel beim Bildwechsel. Er wiederholt sich in jeder Einstellung. Einstellung auf Einstellung folgt in Überblendungen. Kurze Sequenzen zeigen Balov auf dem Weg zum Gipfel über Skopje mit dem Millenniumkreuz, das weithin sichtbar über der Stadt steht. Eingeschnitten in den Gang nach oben sind Skulpturen aus Berlin. Die Grossplastiken aus verschiedenen deutschen Epochen vom preussischen Königreich über dem Kaiserreich klassisch und historistisch, über die Weimarer Republik expressionistisch oder neue Sachlichkeit bis zu NS-Figuren mit sachlicher Monumentalität werden mal quergestellt, mal auf den Kopf gedreht mal aufrecht in die Sequenzen eingeschnitten, in denen der Künstler in Rückansicht auf dem Weg auf den Berg zu gezeigt wird. Die Schritte werden schwerer, werden zunehmend verlangsamt und zudem phasenweise wiederholt. Das Gipfelkreuz wird eingeblendet aus verschiedenen Perspektiven, bis Balov sich schliesslich dem Basement, das wie eine Raumstation wirkt. Am Schluss dann über das Kreuz eine Überblendung auf einen weiblichen Akt, Courbets Gemälde „L`Origine du monde / der Ursprung der Welt“ aus dem Jahre 1866. Die Trommelwirbel werden dunkler und ruhiger mit Hall. Der Titel von Courbets Gemälde steht auch als Zitat am Anfang des Videofilms. Das Werk Courbets, zeigt eine Nahsicht der behaarten Vulva einer nackten Frau, die mit geöffneten Schenkln auf einem Bett oder Sofa liegt. Es scheint sexuelle Bereitschaft und Hingabe auszudrücken. Das Gesicht und die Füsse der Frau sind nicht zu erkennen ist, mit Ausnahme des Bauches und einer Brust mit Brustwarze. Dieses Gemälde, das von seinen jeweiligen Besitzern - darunter der grosse französische Psychoanalytiker Jacques Lacan – weitgehend der Öffentlichkeit entzogen wurde und wird, wird von Psychologen seit langem mit besonderer Aufmerksamkeit analysiert. In Verbindung mit der Besteigung des Berges zum Kreuz hin sind durch das Schlussbild den Ausdeutungen dieser Videoarbeit, die sorgfältig montiert ist, keine Grenzen gesetzt.

Rolf Külz-Mackenzie

Berlin im Juni 2007