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 Barbargenie 

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The Angel

Zeit (Time)

Transcript Tito

Magna Mater

Fighting Windmills

Barbargenie 2004, Video,  6:21

 

camera: Darko Elek, photography: Jovan Balov, sound: Jon-Gebreja/Mazzoloini,

editing: Ratomir Cenic, Lazo Angelovski, Jovan Balov

production: Prima Center Skopje/Berlin & Partes Production

co producer: Museum of modern art Skopje

 

 

 

„Barbarogenie“, (2004, Video, 6:35 Minuten) Skopje bei Nacht, eine punktuelles Lichtermeer vor schwarzem Grund in Bewegung zeigen die ersten Einstellungen, die von kurzen Trommelwirbeln begleitet, die bei den Schnittfolgen wechseln. Es folgen herangezoomte Einstellungen, die schliesslich münden in Feuerschein von Bombardements und dem Feuer, welches aus schwarzen Fensterrahmen lodert: es ist Krieg in der Stadt. Es folgen in kurzer, flackernder Schnittfolge bunte Karten vom Balkan, immer begeleitet von den emotionalisierenden Trommelwirbeln mit abruptem Schlagende. In der nächsten Einstellung wird auf das von Glühbirnen  am Rande der Stahlkonstruktion erleuchtete Millenniumskreuz über Skopje gezoomt, bis dieses nahezu mittig gewaltig vor nachtblauem Himmel im Bild steht und schliesslich nach hinten aus dem Bild fällt in das ein Blick über die Stadt im diffusen Tageslicht hineingeblendet wird, gleichzeitig herangezoomt, sodass eine optische Sogwirkung entsteht. Ein schwarz behemdeter Arm taucht auf, mit der Fahne der Republik Mazedonien an langem Stab, dem in der nächsten Einstellung in Rückenansicht Jovan Balov, stehend an einem Abgrund über der Stadt, mit der Fahne in der rechten Hand folgt. Auf den Arm gezoomt wird die Fahne geschwenkt und dabei überblendet von der mazedonischen auf die bulgarische, griechische, serbische und albanische Fahne im Wechsel miteinander bis schliesslich Jovan Balov der Kamera zugewandt mit weiterhin wechselnden Fahnen abtritt. Der gesamte Fahnenkomplex ist von Pathos geprägt sowie von den Trommelwirbeln, die Unruhe erzeugen. Im Anschluss mit steten Wiederholungen in leichter Slow Motion wird Balov mit wechselnden Fahnen auf dem Weg zum gewaltigen Kreuz gezeigt. Nach kurzem stummen Schwarzbild werden Bilder vom Krieg, von zerschossenen Häusern, von verstörten Menschen gezeigt, um am Ende des Films nochmals überblendete Bilder mit den Balov und wechselnden Fahnen auf dem Weg zum Kreuz zu wiederholen.

 

Der Künstler zeigt die Folgen von übersteigertem Nationalismus unter dem Kreuz, deutet jedoch zugleich in den gut montierten Bildern seine Hoffung auf eine friedliche Zukunft für den Balkan an. Der Titel „Barbarogenie“ – als Quelle der Barbarei übersetzbar sowie der Untertitel „Verliebt in Europa“ weisen nur zu deutlich darauf hin, die Bilder des Videos belegen dies deutlich.

 

Rolf Külz-Mackenzie

Berlin im Juni 2007