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 Drawings 
 
  Pass-Partou 
 
 
 
Prints   
 
Photo   
 

 

 

Pass-PArtou, 2011

drawings, Ink on Paper

 

 

Pass-PArtou, 2011. drawings, Ink on Paper, 42cm x 59cm

 

 Pass-PArtou, 2011. drawings, Ink on Paper, 59cm x 84cm

 

Der künstlerische Beitrag von Jovan Balov umfasst eine Serie von Zeichnungen, die in enger Zusammenarbeit mit dem Schauspieler und Autoren Jürgen Nafti entstanden sind. In formaler Anlehnung an Passepartouts, so der Titel der Arbeit, umrahmen in Briefform verfasste Texte von Jürgen Nafti freistehende Felder, die Jovan Balov mit gezeichneten Selbstportraits besetzt. Mit seinen Selbstportraits reagiert Balov auf die textuelle, psychosoziale Präsenz imaginärer Adressaten, ein Akt der Identifikation, dessen empathischer Ausdruck auch einem persönlichen Wissen um die verborgene Hintergründigkeit der Texte entspricht.

MARTIN  JUEF

Passe-Partout

Zeichnungen als Konzept!.

 

     

 

 

Passepartout ([paspaRtu] frz. passer „hindurchgehen“ und partout „überall“)

 

Passe-Partout ist ein Konzept mit Texten und Zeichnungen, das wegen dieser  Austellung produziert wurde. Die Texte mit Dramaturgische Formen sind als ein Passepartout angelegt und vom Schauspieler Jürgen Nafti geschrieben worden. Der Inhalt der Texte inizierte dieses zeichnerisches Projekt. Sie umrahmen Portraitzeichnungen, die in der Beziehung mit den Texten entstanden sind. Das Bedeutende an diesen Zeichnungen ist, dass sie alle eine tiefgründige, psychologische Analyse an den imaginären Portraits/Gesichtern haben.

 

 

„Diese Texte entstehen aus sehr tiefen, persönlichen Begegnungen mit Künstlerkollegen und setzen dort ein, wo unsere Gespräche mit ihren konkreten sozialen Realitäten auf ihre persönlichen oder gesellschaftlichen Grenzen gestoßen sind. Sie stellen deswegen zunächst einmal und in erster Linie Briefe dar, die einen einzelnen und genau bezeichneten Adressaten haben, um meine konkrete Sprachlosigkeit ihm gegenüber überwinden zu wollen…

…Daher aber durchschreiten sie zugleich einen Raum, der kein bloß privater mehr bleiben konnte. Und indem sie sich nicht nur an alle Menschen richten, sondern vielmehr an meine Vorstellung vom Zustand einer Menschheit, stellen sie im selben Moment auch Briefe an diese Menschheit dar, um  meine Vorstellung von ihr loswerden zu können. Um sie buchstäblich abschütteln zu können.“                                                                    Jürgen Nafti

 

 

 

Ausstellung in der Galerie Ratskeller – Galerie  für zeitgenössische Kunst          

19.Mai – 17. Juni 2011

DISEGNO - ZEICHNUNGEN

JOVAN  BALOV

 

JOVAN BALOV  stellt  seine Folge „Passe-Partout“ aus dem Jahr 2011 vor. Er montiert die gedruckten Texte gleich einem Rahmen  um seine Selbstporträts. Diese  Texte schenkte ihm JÜRGEN NAFTI. Er ist Schriftsteller und Schauspieler. Er schreibt und sinniert sich durch eine Welt, die ihm kalt und bedrohlich erscheint und deshalb muss sie auf ein Grundprinzip hin gedeutet werden. Die Texte sind prägnant,  aber manchmal auch ausufernd formuliert.  Sie widmen sich realen Begebenheiten und ebenso  komplizierten Gedankengängen. JOVAN BALOV setzt die Texte, zumeist im rechten Winkel um sein Bildnis herum. Sein Gesicht spiegelt unterschiedliche Ausdrucksformen, wie zum Beispiel Nachdenklichkeit, Überraschung,  Ablehnung, Freude usw. wider. Diese Reaktionen sind natürlich von ihm inszeniert und dann fotografiert worden. Nach den Fotos sind die Federzeichnungen entstanden, die im Kontext mit dem Inhalt der jeweiligen Textcollage steht. Schrift und Bild gehen eine Konstellation ein, die auf Abstand  und klaren Ordnungsprinzipien beruhen. Wir spüren, die Welt des Einen ist nicht die Welt des Anderen  - dennoch beeinflussen sie sich gegenseitig.

 

Egal wie verschieden die unterschiedlichen Haltungen auch sein mögen, sie zeigen dennoch alle,  dass es in der Postmoderne  und Postpostmoderne nicht nur Dekonstruktion, Sinnverlust, Sarkasmus, Trash, Ironie und optische Aphorismen geben muss.      Die Ausstellung ist ein schönes Beispiel dafür, wie  verschiedene Sichtweisen die heutige Zeit deuten können.                              

Armin Hauer